Jambo! Kili-Jahrestag
von: Simon, in der Kategorie: „Kilimanjaro
21. Jul
2011

Vor zwei Jahren stand ich auf dem Gipfel des Kilimanjaro – 5.892 Meter und ein paar Zerquetschte, wenn man den Felsbrocken dazuzählt, auf den ich mich stellte.
Nach fünf teilweise sehr anstrengenden Aufstiegstagen, an denen jeder aus unserer kleinen Gruppe zu unterschiedlichen Zeiten an seine persönlichen Grenzen stieß, genossen Monika, Werner und ich einen erlösenden Moment der Ruhe. Ich war tatsächlich stolz auf mich, denn ich wusste, dass ich alles richtig machte, um dieses Ziel zu erreichen.

In der Zwischenzeit ist so viel passiert, dass der Gipfel in meinen Erinnerungen bereits allmählich zu verblassen beginnt und mehr und mehr unwichtig erscheint.
Elias kam und ging, Jane und ich heirateten und heute halten wir Lola, die wundervollste Tochter der Welt, im Arm und ich staune jeden Morgen von Neuem über dieses kleine Wunder.
Das mag mehr als sentimental klingen (und ich bin der unsentimentalste Mensch überhaupt), doch seit dem 13. Juni 2011 weiß ich, dass alles andere auf dieser Welt im Vergleich zu unserer Tochter so was von unwichtig ist, dass ich über Stress im Job, Marathonfinish, Geldsorgen und alle Gipfel dieser Erde nur müde lächeln kann.

Aber irgendwann. Irgendwann werde ich meinen Enkeln von meiner Kilimanjaro-Besteigung erzählen.


Lola ist da!
von: Simon, in der Kategorie: „Allgemein
28. Jun
2011

Und plötzlich ist sie da:
Lola Marie Habeck, geboren am 13. Juni 2011 um 09:58 Uhr. Gesund und mit allem dran. Meist sehr leise, manchmal auch sehr laut. Oft neugierig und einfach zuckersüß.

Sie fordert Ihre ziemlich verliebten und immer wieder erstaunten Eltern täglich auf's Neue heraus. Das wird ab jetzt ein spannendes Leben sein.


Der Countdown läuft (irgendwie nicht)
von: Jane, in der Kategorie: „Allgemein
25. Mai
2011

O.K.
Das hier ist vielmehr Simons Laufblog als ein Schwangerschaftsbeschwerderegister. Aber schließlich ist nicht nur Simon unterwegs, sondern auch unser Baby. Und da sich dieses ja hoffentlich auch bald auf den Weg machen wird, möchte ich mir hier völlig „out of subject“ ein paar Eindrücke von der Seele schreiben.

Der Anlass

Sechs Wochen Mutterschutz mit vorangehenden zwei Wochen Osterferien können an den Nerven zerren, wenn man sonst eher ein Wuselmensch mit vielen offenen Betätigungsfeldern ist. Wenn man dann auch noch in der grauen Kölner Vorstadt wohnt, ein Wald, Park oder eine Wiese zu Fuß nicht erreichbar ist, die Familie in allen Ecken Deutschlands verteilt ist, nur eben nicht in dieser, und jeder, den man Freund nennen kann, irgendwelchen anstrengenden, zeitaufwendigen Berufen nachgeht, wird es für die ein oder andere Schwangere vielleicht schon fast unerträglich.

Klick mich, denn du willst sicher auch noch den Rest lesen, oder?


Die Blase
von: Simon, in der Kategorie: „Laufen
17. Mai
2011

Am dritten Tag, irgendwo zwischen Lava Tower und Barranco Camp hab ich mir trotz Blasenpflaster und wegen nicht gut genug eingelaufenen Schuhen eine richtig fette Blase an der linken Ferse eingefangen. Zum Glück hatte Jamaica irgendeine Wundersalbe dabei, s.d. ich die restlichen Tage schmerzfrei weiter gehen konnte.

Aber bei der Blase, über die ich hier referiere, hilft weder Pflaster noch Salbe ... Harnblase! Vesica Urinaria. Jenes Teil, welches, einmal prall gefüllt, einem bei jedem Schritt entgegenschreit, dass es an der Zeit wäre, ein geeignetes Plätzchen zu suchen.
Das Gefühl kennt jede und jeder, und wer wie ich schon einmal hinter dem letzten Security-Check am vergammelten Flughafen Charles de Gaulle in Paris so unglaublich dringend musste, aber nicht konnte durfte, weil ihm von der breitschultrigen Staatsmacht der Rückweg zum rettenden Klo verwehrt wurde (die Alternative wäre Flieger verpassen gewesen), die/der weiß wie lang ne halbe Stunden sein kann ...

Trinken ist eins der wichtigsten Dinge, die ein Läufer machen muss und das nicht nur während des Laufs an den Verpflegungsstellen, sondern eben auch schon vorher. Und dummerweise scheint mein Konfirmandenbläschen der Meinung zu sein, mich grundsätzlich in der ersten Hälfte eines Laufs nerven zu müssen:
Halbmarathon Bonn (KM 10), Marathon Köln (KM 6), Brückenlauf Köln (KM 2,5) und natürlich auch auf jeder noch so kurzen Trainingsrunde.

Die Jungs unter uns können sich dabei ja noch relativ locker in die Büsche schlagen oder sich – so viel Privatsphäre muss sein– VOR den nächsten Baum stellen, natürlich immer mit dem Risiko im Nacken, dass ein gewissenhafter Ordnungshüter sich hinter eben diesem Baum versteckt hält und nur darauf wartet, die Wildpinkler dieser Erde abzumahnen.
Klohäuschen an der Strecke sollte man tunlichst meiden, zumindest wenn man im hinteren Mittelfeld mitläuft und somit bereits 1.000 andere das vermeintlich stille Örtchen benutzten missbrauchten!

Da fallen mir übrigens gerade noch die Vierer-Mannschafts-Stehpinkelkabinen im Startbereich des letztjährigen Kölner Marathons ein, wo man mal wieder sehen konnte, dass MANN nicht das geringste Schamgefühl hat. Aber was muß, das muß eben.


Überredet
von: Simon, in der Kategorie: „Laufen
5. Mai
2011

Eigentlich hatte ich ja keine Lust mehr. Wie immer zu enge Wege, langweiliger Zieleinlauf, schlechte Verpflegungssituation nach dem Ziel – so hab ich den Business Run Cologne 2010 zusammengefasst. Und weil dieses Jahr alles unverändert sein wird, hatte ich auch nicht die geringsten Böcke mitzulaufen.

Interessanterweise hat sich der Lauf seit seiner Gründung im Jahr 2008 in unserer Firma fast schon so etwas wie etabliert und einmal im Jahr lässt sich der/die ein oder andere Kollege/in mit etwas Nachdruck zum mitmachen verpflichten überreden. Der harte Kern ist sogar von Anfang an dabei – erstaunlich für eine IT-Firma ;-)
Und natürlich braucht man dazu auch immer einen Deppen, der sich etwas um die Organisation kümmert, wobei es hier wirklich nicht viel zu tun gibt:
Online anmelden, Sockengrößen sammeln und kucken, dass am Lauftag alle ne Mitfahrgelegenheit Richtung Rhein-Energie-Stadion erwischen.

In diesem Jahr machen gesamt 21 Leute mit, was immerhin sieben 3er-Teams ergibt und mir - als ausführenden Deppen - das Team-Captain-Shirt einbringt. Das gibt's nämlich als Team-Captain-Bonus ab fünf teilnehmenden Gruppen und mein Lieblingslaufshirt ist noch heute das schwarze Falke-Shirt aus dem Jahr 2009. Ich hoffe inständig, dass es nicht wieder auf das potthässliche kackbraune Ding vom letzten Jahr hinausläuft.
Na ja, dafür besteht der Captain-Bonus auch immer aus ein paar Litern Kölsch. Überredet!

Bild mit freundlicher Genehmigung der ad.letics GmbH, Köln


Presswürste
von: Simon, in der Kategorie: „Ausrüstung
21. Mrz
2011

Das ist ein Thema, über welches eigentlich überhaupt nicht mehr gesprochen werden muss, denn es ist in etwa so fruchtbar wie der ewige Grabenkrieg zwischen Apple- und Microsoft-Anhängern, die offene Stylingfrage ob man braune Schuhe zu schwarzen Hosen tragen darf oder das ungeklärte Rätsel, ob man mit Kameras von Canon oder Nikon die besseren Bilder schießt ...
Kompressionsstrümpfe – sinnvoll oder sinnfrei.

Ich sag's euch gleich, ich trag die Dinger bei Läufen ab 15 Kilometern und ich fühl mich auch noch gut dabei. Jawohl!

Natürlich ist mir dieses ganze Bessere-Durchblutungs-Gerede diverser einfallsreicher Marketing-Abteilungen der Textilhersteller völlig schnurz, aber ich fühle mich mit diesen Placebo-Socken einfach sicherer, weil meine Waden nicht mehr so rumschlackern.
Wenn ich dran denke, was für ein Krampf es ist, die Schläuche über meine nicht gerade spärlich behaarten Waden zu stülpen ... boah, das muss ja nen Effekt haben. Unzählige Genossen und Genossinen jenseits der 6o-Jahre-Grenze können schließlich nicht irren und werden mir das bestätigen :-)
Andere Laufkollegen sind hier entweder überzeugt oder eben auch nicht.

Um noch eins draufzusetzen, werde ich meine anzugtauglichen, weil schwarzen Strümpfe mal die Tage während eines kompletten Messetages tragen, nur um zu sehen, ob sich meine Unterschenkel am Abend wie Ehrmann Grand Dessert Pudding plus Sahne oder doch noch etwas fester anfühlen.

Ich bin hier nicht missionarisch unterwegs, denn zum einmaligen Ausprobieren sind Kompressionsstrümpfe viel zu teuer und - man kann es ruhig zugeben - man sieht darin ein wenig gewöhnungsbedürftig aus, wie ein verirrter Fußballer eben. Als Zehenschuh-Träger bin ich diesbezüglich jedoch völlig schmerzfrei. Paradoxerweise.


Unterwegs mit dem Briefträger
von: Simon, in der Kategorie: „Laufen
17. Mrz
2011

Vor Kurzem hat mich meine Kollegin auf den neuen Internetauftritt des Bonner Marathons aufmerksam gemacht. Zum Glück hab ich mir die Seite zwischen zwei Mahlzeiten angesehen, ansonsten hätte mein Magen das Essen kaum zurückhalten können – der Hauptsponsor hat gewechselt und er ist ... Gelb.

Jetzt, mit ein paar Tagen Erhohlung dazwischen, habe ich mir die Seite noch einmal angesehen. Im Gegegensatz zur alten Homepage kann man diese beinahe schon als übersichtlich beschreiben, mehr aber auch nicht. Weißer Hintergrund, sechs Menüpunkte, kurze Texte, das war's auch schon. Insgesamt sieht es so aus, als ob ein mäßig begabter Systemadministrator sich absichtlich nicht ans CD der Post hielt und die Webseite mit dem Homepage-Creator von Strato, 1&1 und Co. zusammenwürfelte. Das hat so viel Charme wie ein Toyota Corolla, sogar die Bestellung einer Online-Briefmarke ist spannender.

„Die Laufstrecke führt die Sportler durch die Bundesstadt Bonn, enlang des Rheins und vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt“ heißt es gleich auf der Startseite. Ach, wie gern würde der nostalgisch veranlagte Läufer hier ein kleines „Haupt“ einfügen wollen :-)
Doch wo sind die Sehenswürdigkeiten? Welche Wahrzeichen? Die Einfamilienhäuser zwischen Kilometer 2 und 7 können damit nicht gemeint sein. Die sich hinziehende vier Kilometer lange Schleife neben der Rheinaue? Vielleicht der Post-Tower bei Kilometer 17? Verstaubte Bundesministerien etwa? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich muss man am Marathon teilnehmen und die Strecke 2x ablaufen, damit sich einem die ungezählten Wahrzeichen erschließen. Aber sind wir mal nicht wie immer zu böse: Historisches Rathaus, Villa Hammerschmidt, Bonner Münster, Opernhaus, die knapp fünf Kilometer lange Rheinpromenade – Bonn ist klein, aber nett und vielleicht wohne ich in ein paar Monaten selbst dort.

Unter dem Menüpunkt „Infos“ ist alles Wissenswerte unter einer langen Stichwortliste zu finden, so erfahren wir u.a. auch, dass die Brückenberger Trachtengruppe für einen Verpflegungspunkt verantwortlich ist. Vielen Dank hier einmal an die unzähligen Helfer und Helferinnen, die sich bei solch einer Veranstaltung um das Wohl der leidenden Sportler kümmern.

Was gibt's sonst noch? Der Ü10 Club scheint soo wichtig zu sein, dass er einen eigenen Menüpunkt noch vor den Sponsoren erhielt, von Web 2.0-Unarten wie Twitter und Co. hält man anscheinend (noch) nix, immerhin kann man sich in eine Spam-Schleuder einen Newsletter-Verteiler eintragen und der Facebook-Gruppe beitreten.

Ein erwarteter Gewinn rund um die 1,75 Milliarden Euro im Jahr 2010 – nur die Rechnung vom Webdesigner wurde nicht bezahlt. Tststs, als Kreativschaffender kann ich nur mit den Schultern zucken.
Nicht alle legen so viel Wert auf eine wenigstens anständig aussehende Internetseite wie unsereins, aber mit etwas Engagement hätte man sich hier von anderen Laufveranstaltungen problemlos abheben können. Stattdessen reiht man sich lieber in die endlose Reihe schrecklicher langweiliger Marathonseiten (Frankfurt, Hamburg, Düsseldorf, New York) ein.


Laufen?
von: Simon, in der Kategorie: „Allgemein
7. Mrz
2011

Der regelmäßige Leser dieses Blogs wird sich schon gewundert haben – hier tut sich nix mehr. Und ich sag's ganz ehrlich: in nächster Zeit wird sich das auch nicht bessern.
Ich habe weder Zeit zum Schreiben, noch ... zum Laufen. O.K., O.K., die Lust in die  Laufschuhe zu steigen hält sich gerade mehr als in Grenzen – ich kann mich einfach nicht aufraffen, da gibt mir die Arbeit im Büro noch den Rest.

Alle guten Vorsätze zum Jahreswechsel sind damit hinüber, der Start beim Strongman Run sowieso (weshalb ich meinen Wildcardplatz auch wieder abgeben werde). Ebensowenig schaffe ich es übrigens, bei meinen schreibenden Lauf-Kolleginnen und -Kollegen quer zu lesen.

Normalerweise sitzte ich ja tagein tagaus vor zwei Monitoren (der größere davon sogar mit Streulichtsichtschutz drumrum), alternativ auch auf dem Liegestuhl neben meinem Schreibtisch (Inspiration und so ...). Maus, Tablett-Stift und Tastatur in Griffnähe, dann noch drei Drucker von A4 bis A1 und ein Scanner drumherum. Doller Arbeitsplatz :-(
Doch in jährlich wiederkehrender Regelmäßigkeit darf der moderne Grafikheini das sonnenstrahlengeschützte Büro verlassen und nen Hammer in die Hand nehmen: Messezeit!

Wie immer war mein Arbeitgeber auch in diesem Jahr auf der CeBIT mit einem eigenen Messestand vertreten und wie jedes Jahr muss gleichzeitig unsere eigene Messe WorldHostingDays 2011 organisiert und durchgeführt werden.
In Hannover baute ich zusammen mit einer kleinen Schreiner-Messebauer-Mannschaft schon mal eine tonnenschwere Massivholz-Pagode (inkl. chinesischer Kurzanleitung) auf und ersparte mir so den Gang in die Muckibude. Dieses Jahr hab ich nur nen Tag als Messebauer-Babysitter vorbeigekuckt und optisch nach dem Rechten gesehen.

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Der Hauptgrund für's Trainingsdefizit ist - neben der fehlenden Lust - die von uns veranstaltete weltweit größte Fachmesse im Bereich Webhosting, die WorldHostingDays, die in diesem Jahr im Europa-Park Rust stattfindet. Doch wer nun meint, ich würde vier Tage lang nur Achterbahn fahren, der irrt sich gewaltig.
Als für das Aussehen Mitverantwortlicher und zusätzlich Rund-um-die-Uhr-Ansprechpartner aller teilnehmenden Ausstellerfirmen werde ich mal wieder hunderte Kilometer auf Asphalt, Parkett und Teppich unterwegs sein. Allerdings nicht in bequemen Sporttretern, sondern brav in modischen Lederschuhen, vorzugsweise farblich passend zum Anzug (und damit ist nicht eine orthopädisch empfohlene Alt-Herren-Version gemeint), was bei einem 16-Stunden-Tag schon mal unbequem werden kann.

Jetzt schreien einige auf und meckern, dass ein besseres Zeitmanagement ein anständiges Training möglich machen würde, schließlich hat auch ein ehemaliger Bundesaußenminister während seiner Staatstätigkeit seinen Marathon geschafft und der hatte sicher nen strafferen Kalender. „Lasst mich in Ruhe“, der hatte dafür auch 20 bezahlte Heinis, die ihm den Entschlackungstee reichten und die Laufschuhe schnürten.

Ich muss allerdings zugeben, dass mir das Laufen für eine gewisse geistige Ausgeglichenheit fehlt, weshalb ich auch sicher wieder damit beginnen werde. Demnächst. Bald.


Erste Schritte
von: Simon, in der Kategorie: „Allgemein
9. Feb
2011

Irgendwann grob 1973/74, tief in den letzten Ausläufern der östlichen Schwäbischen Alb, die noch frische Donau in Riechweite, quasi kurz vor Bayern, da wo die Welt noch in Ordnung war und ist:
Klein-Simon macht an einem sonnigen Nachmittag auf dem Bauernhof von Oma und Opa seine ersten dokumentierten Schritte im Freien!


Grüßen?
von: Simon, in der Kategorie: „Allgemein
5. Feb
2011

Früher, als ich jung und das Haupthaar noch lang und v.a. weitgehend einfarbig war, da fuhr ich noch Motorrad. Eine gedrosselte Honda NTV 650, nicht sehr spannend also, aber im unteren Drehzahlbereich ... hui, sage ich da nur!
Nun ja, auf alle Fälle habe ich auch als Anfänger schnell bemerkt, dass man grüßt, wenn einem der ein oder andere Zweirad-Genosse entgegenkommt. Das konnte ein leichtes Winken mit den Fingern der linken Hand, ein Anheben derselben oder aber auch mal, wobei ich mich das nie traute, ein stürmisches Nach-oben-Reißen beider Arme sein. Rollerfahrer wurden natürlich nie, Enduro-Reiter selten, Sportbike-Raser meist und Chopper-Senioren prinzipiell immer gegrüßt.

Aber Läufer? Das erste Mal passierte mir DAS auf einer ziemlich einsamen 7-Kilometer-Runde in Kassel, auf der trotz schönem Wetters kaum Menschen zu sehen waren. Und urplötzlich, ohne Vorwarnung sozusagen, kommt mir ein freundliches „Hallo“ inklusive kameradschaftlichem Lächeln entgegen. Ich wurde von einem Läufer gegrüsst! Leider konnte ich nicht zurückgrüßen, so perplex war ich.

Nun sind nordhessische Läufer vielleicht einfach aufgeschlossener oder schlicht einsamer, aber auf den Laufstrecken im südlichen Köln ist mir das noch nie passiert, geschweige denn wäre ich selbst auf Idee gekommen. Hier rennen zu beinahe jeder Tageszeit und jedem noch so bescheidenen Wetter so viele Läufer und Läuferinnen rum, dass man außer Atem kommen würde, wollte man jedem Entgegenkommenden ein „Hallo“, „Hi“ oder „Tach“ zurufen.
Außerdem sind die meisten Sportler meist mich selbst beschäftigt oder laufen bereits quatschend in kleinen und größeren Gruppierungen. Nicht Grüßen hat also nichts mit Unfreundlichkeit zu tun.


Alles, nur nicht schön
von: Simon, in der Kategorie: „Allgemein
1. Feb
2011

O.K., vielleicht bin ich als selbsternannter Stylo-Pabst Grafiker etwas voreingenommen, aber müssen Urkunden, Medaillen und Laufshirts denn wirklich immer so besch...eiden aussehen?

Warum kann sich da nicht mal jemand dransetzen, der wenigstens einen zarten Hauch von Ahnung im Umgang mit Farbe, Schrift und Form hat? Muss es denn immer so aussehen, als ob sich die gestaltungsresistente Sekretärin in PowerPoint austobte?
Kölner Brücken- und Nachtlauf, Bonn Marathon, Köln Marathon ... jedes Jahr wird die gleiche augenkrebserzeugende Vorlage verwendet.
Als zufällige löbliche Ausnahme würde ich diversen Veranstaltern gern die Urkunde vom 33. GutsMuths-Rennsteiglauf unter die Nase halten. Hier hat ein anständiger Designkundiger die Zahl 33 sehr schön dem Thema „Bergig“ angepasst. Leider hat auch hier die Gestaltung in den vergangenen Jahren wieder nachgelassen.

Wofür stehen die drei Bögen? Etwa die Kölner Brücken? Dann bitte nachzählen.

Holzmännchen mit amputierten Händen?

Das Thema Nacht konsequent nicht umgesetzt.

Tochter des Bürgermeisters?

Der Bogen bringt Schwung, mehr aber auch nicht.

SO wird's gemacht! Prima.

„Was hast du denn für Probleme?“, kann man nun natürlich fragen. Als Grafiker nervt's mich einfach und schließlich bezahle ich bei allen Veranstaltungen u.a. auch für die Urkunde, und um die im Startpaket als ungemein hochwertig angepriesenen Veranstaltungsshirts kommt man sehr oft, weil bereits im Startgeld enthalten, nicht drumrum.
Danke! Was soll ich denn bitte mit nem billigst produzierten (ich kenne die Preise in China) Shirt, das meist nie richtig passt und oft mit noch schlechter aussehenden Sponsoren-Logos zugemüllt ist? Ab in die unterste Schublade oder Fahrradputzen, zu mehr taugt das Zeug nicht.

Eine absolut einmalige Ausnahme war das schwarze superangenehme Team-Captain-Shirt vom Business RunCologne 2009 des Herstellers Falke, welches mich trotz blödem Rückendruck, auf beinahe allen Wettkämpfen kleidet.
Die Shirts vom Kölner Brückenlauf fallen noch in die Kategorie „Nettes Trainings-Shirt mit witzigem Spruch“, der Knüller war jedoch das Hemdchen vom letztjährigen Kölner (Sport Scheck) Altstadtlauf. Zwar von Puma, aber mit einem Kartoffelsack-Schnitt, der keinem passen konnte. Vom letzten Business Run Team-Captain-Shirt, ebenfalls von Falke, wollen wir gar nicht erst sprechen. Hilfe!

Ganz witzig

Müder Werbespruch

Kartoffelsack in Orange

DAS ist eine Urkunde.

Liebe Laufveranstaltungsorganisationsverantwortliche, bitte, bitte, mit Zucker oben drauf gestreut, gebt euch mehr Mühe bei der Gestaltung unserer Erinnerungsstücke. Es geht zwar hauptsächlich ums Laufen, trotzallem gehört zu einem guten Lauf nicht nur eine reibungslos funktionierende Wasserausgabe, sondern eben auch eine repräsentative Urkunde, die man sich ohne schlechtes Gewissen tintenvernichtend auf Superduper-Premium-Glossy-Photopapier ausdrucken kann.

Und wenn ihr schon mal dabei seid:
Gestaltet eure Webseiten doch bitte auch einmal so, dass man die wirklich wichtigen Informationen A. schnell findet und sie B. auch noch nett anzusehen sind. Hier hapert's nämlich in der Mehrzahl aller Fälle.

Aufgepasst!

Ich biete hiermit 1x Webdesign für eine Laufveranstaltung aus dem Köln-Bonner Umland für umsonst bzw. gegen freies Starten an!


Ein Lauferlebnis – Zu Befehl!
von: Simon, in der Kategorie: „Laufen
12. Jan
2011

Ich war noch gar nicht richtig aus der Schule raus, da ging's auch schon wieder zurück in den Kindergarten. Das Vaterland rufte und ehe ich es mich versah, rannte ich in Kampfstiefeln und lächerlichem Helm über den Acker, das olle G3 platzpatronenschußbereit in der Hand.
Bundeswehr heißt der Verein. Klar hätte man auch verweigern können, aber als alter Asozialer war ich bei der Truppe besser aufgehoben.

Auf alle Fälle mussten wir eines Tages zum 2.000-Meter-Testlauf antreten. In bundeswehreigenen zum Laufen ungeeigneten ungedämpften Adidas-Tretern, langer blauer Jogginghose und weißem Hemdchen mit dem Adler drauf.
Zwei Kilometer waren damals ganz schön viel für mich, obwohl ich mich nicht als unsportlich bezeichnet hätte, aber auch nicht als sportlich. Normal eben.

Also rannte ich drauf los, was an diesem trüben Vormittag auf dem Fliegerhorst des I./Luftwaffenausbildungsregiment 3 in Mengen mein erster und letzter Fehler war. In unserem bunt gemischten Haufen gab's (für den Kleinsten mussten extra Stiefel in der Größe 34 und für den Dicksten extra ein Kampfanzug in Übergröße angefertigt werden!) nämlich auch zwei Kampfzwillinge, die direkt aus einem der geheimen Ausbildungslager vom Erich Honni entsprungen waren, an die ich mich dranhängte.
Dummerweise waren die beiden so fit, dass für mich nach nem Kilometer bereits so gut wie Schluß war und ich gehen musste. Hochroter Kopf, Seitenstechen und Atemnot. Irgendwo hinter mir hörte ich ein „Jetzt bloß nicht schlapp machen“, was Ansporn genug war, um nach ungefähr 12 Minuten doch noch als Dritter durch's Ziel zu kommen.

Der Letzte benötigte 45 Minuten und was die ganze Aktion sollte, weiß ich bis heute nicht, denn acht Wochen später machte ich es mir in einer neuen Einheit, dem AG 51 Immelmann,  gemütlich. Aber egal, es war insgesamt eh eine eher sinnfreie Zeit.

Ein weiteres Lauferlebnis: Traumatisch


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