
Was ist gelb, 6 Gramm schwer und hat nen Durchmesser von ungefähr 38 Millimetern? Ein Championchip, jenau.
Der ambitionierte wettkampfteilnehmende Läufer nennt ihn ebenso sein Eigen wie Startnummernband, Pulsuhr und Funktionswäsche.
Vor ziemlich genau einem Jahr gab ich „meinen“ Chip nach dem Kölner Brückenlauf nicht mehr zurück, womit er offiziell in meinen Besitz überging. Kurze Zeit später setzte ich ihn bei meiner Marathon-Premiere in Köln ein und seither ... na ja, es ergaben sich irgendwie kaum Gelegenheiten :-)
Gestern aber gingen wir zusammen an den Start vom Brückenlauf 2010, der dieses Jahr 30jähriges Jubiläum feierte. Die letztjährige Zeit konnte ich natürlich keinesfalls unterbieten – fehlendes Training und kaputtes angeschlagenes Knie sei Dank.
Komischerweise war ich vor einem Wettkampf noch nie so nervös wie gestern. Nicht, dass ich schon an unzähligen Laufwettbewerben teilgenommen hätte, aber am Sonntag fühlte ich mich merkwürdig, was sich erst mit Überschreiten der Startlinie änderte. Dabei hatte ich extra noch die komplette Alibi-Gewissen-Beruhigungs-Ausrüstung mitgenommen:
Lieblings-Shirt, Kompressionsstrümpfe, Knie-Bandage und ein Kohlenhydratgel für Kilometer 10.
Ein Testlauf über 12,5 Kilometer eine Woche zuvor zeigte, dass ich zwar völlig untertrainiert, aber dafür umso kämpferischer bin, die 15,4 Kilometer am Rhein entlang und über vier Kölner Brücken sollten also zu schaffen sein, sagte ich mir zumindest. Und siehe an – et lief. Da ich von Anfang an konsequent auf Bequemlichkeit statt auf Zeit lief und mich auch nicht von den Überholenden mitreißen lies, konnte ich bis zum Ziel mein eigenes Tempo halten.
Zusammenfassend kann man sagen:
Ein schöner, wie immer sehr abwechslungsreicher und schmerzvoller anstrengender Lauf bei fast perfektem Wetter, was eine Zeit von1:38:22 ergab.
Damit war ich 13 Sekunden schneller als ... als der 80jährige Teilnehmer Alfred König. Glückwunsch!